Wie rahmt man eine Leinwand ein?
Sie haben einen schönen Leinwanddruck oder ein Gemälde und möchten ihm einen vollendeteren und professionelleren Look verleihen? Eine Leinwand einzurahmen ist einfacher, als es scheint, und das Ergebnis verändert das Kunstwerk völlig. Ob Sie mit einer Leinwand auf Keilrahmen beginnen oder einen Druck aufwerten möchten, in dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie einen maßgefertigten Rahmen anfertigen, der Ihrer Einrichtung Charakter verleiht. Folgen Sie der Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein Ergebnis wie in einer Kunstgalerie.
Hier finden Sie einen Überblick über die einzelnen Schritte zum Einrahmen Ihrer Leinwand:
| Schritt | Benötigtes Material | Schwierigkeitsgrad | Zeitaufwand | Geschätzte Kosten |
|---|---|---|---|---|
| Maße nehmen | Maßband, Winkel | Einfach | 5 Min. | 0 € |
| Leisten kaufen | Holzleisten, Gehrungssäge | Einfach | 15 Min. | 15-40 € |
| Zuschneiden der Winkel | Gehrungssäge 45° | Mittel | 20 Min. | 0 € (bei geliehener Säge) |
| Zusammenbau des Rahmens | Holzleim, Abdeckband | Mittel | 30 Min. + Trocknungszeit | 5-10 € |
| Verstärkung | V-förmige Nägel oder Tacker | Einfach | 10 Min. | 5-15 € |
| Oberflächenbehandlung | Schleifpapier, Lack oder Farbe | Einfach | 30 Min. + Trocknungszeit | 10-20 € |
| Befestigung der Leinwand | Schrauben, Schraubendreher, Bohrmaschine | Einfach | 15 Min. | 5 € |
Die richtigen Holzleisten für Ihren Rahmen auswählen

Bei uns werden viele Leinwanddrucke auf Keilrahmen verkauft. Und oft fragen uns unsere Kunden, wie sie ihnen das gewisse Extra verleihen können, damit sie nach dem Aufhängen richtig professionell aussehen. Die Lösung? Einen schönen Holzrahmen rundherum anfertigen.
Genau das habe ich mit meiner Leinwand „Ramen“ gemacht, die ich liebe. Sie war bereits auf einen Keilrahmen gespannt (diese Holzleisten, die die Leinwand halten), aber ich wollte ihr einen Holzrahmen hinzufügen, damit sie besser zu meinen anderen Bildern passt und etwas mehr hermacht.
Das sollten Sie wissen: Wenn Sie ganz von vorne anfangen und Ihr eigenes Motiv drucken lassen möchten, kaufen Sie in einem Bastelgeschäft eine unbespannte Leinwand, die bereits auf einen Keilrahmen gespannt ist. Keilrahmen mit einer Tiefe von 3-4 cm sind für dieses Projekt ideal.
Auf zu Leroy Merlin, wo ich 120 cm Eichenleiste für Bilderrahmen gekauft habe (Abteilung für Schreinerbedarf), mit einem Profil von 45 mm x 30 mm. Vor dem Kauf habe ich genau geprüft, ob die Tiefe ausreicht, damit meine Leinwand hineinpasst und die Vorderseite mit dem Rahmen bündig abschließt.
Mein Tipp: Es gibt jede Menge verschiedene Leisten (Eiche, Kiefer, weißes, streichfertiges Holz, mit oder ohne Zierleisten). Nehmen Sie Ihre Leinwand am besten gleich mit ins Geschäft, um zu prüfen, ob sie gut hineinpasst. Wenn Sie lieber Farbe statt Naturholz möchten, nehmen Sie bereits grundierte, streichfertige Leisten.
Wie ein Profi Maß nehmen

Mit meinem Maßband und meinem Winkel maß ich den gesamten Außenumfang meiner Leinwand. Ein kleiner Tipp, den ich gelernt habe: Ich rechne immer 4 mm auf jeder Seite dazu. Warum? Weil die Ecken des Keilrahmens durch die umgeschlagene Leinwand oft etwas dicker sind. Vor allem entsteht dadurch im Inneren des Rahmens eine kleine Schattenlinie, die wirklich schön aussieht.
So berechnen Sie, was Sie brauchen: Messen Sie den gesamten Umfang Ihrer Leinwand und planen Sie 10 % mehr für Verschnitt und Zuschnitte ein. Im Baumarkt sind die Leisten normalerweise 120 cm oder 240 cm lang. Für eine Leinwand von 30 x 40 cm wie meine reichen 120 cm völlig aus.
Die Ecken auf 45° zuschneiden (der technische Teil)

Jetzt kommt der Moment, in dem Sie die Kappsäge hervorholen müssen. Keine Sorge, es ist weniger kompliziert, als es aussieht! Ich stellte meine Säge auf 45° nach links ein und machte zunächst einen kleinen Säuberungsschnitt am Ende der Leiste, damit die Kante schön sauber war.
Anschließend übertrug ich das Maß von der Innenseite dieses Winkels aus und maß entlang der Innenkante der Leiste, nicht hinten. Meine Leinwand ist 30 cm lang. Mit den zusätzlichen 4 mm ist mein Seitenteil also zwischen den beiden Winkeln 30,4 cm lang.
Goldene Regel: Schneiden Sie immer zuerst die langen Teile zu. Falls etwas schiefgeht, können Sie sie immer noch kürzen und daraus die kurzen Teile machen. So verschwenden Sie kein Holz.
Anschließend stellte ich meine Säge für den nächsten Schnitt auf 45° nach rechts ein und überprüfte die Länge, bevor ich das zweite identische Seitenteil zuschnitt.
Besonders wichtig: Positionieren Sie Ihr Sägeblatt direkt neben der Markierungslinie, nicht genau darauf. Das Sägeblatt ist etwa 3 mm dick. Wenn Sie mitten auf der Linie sägen, geht diese Stärke an Ihrem Werkstück verloren.
Nachdem ich alle meine Teile zugeschnitten hatte, legte ich sie Rücken an Rücken, um zu prüfen, ob sie vollkommen identisch waren. Dann probierte ich aus, wie sie um die Leinwand herum passten, und schliff die Schnittkanten mit etwas Schleifpapier mit Körnung 180, um Splitter zu entfernen.
Die Teile zusammenkleben

Ich habe meinen weißen Holzleim (den klassischen von Sader oder Pattex) genommen und auf die schräg abgeschnittenen Enden aufgetragen. Dann habe ich alles zusammengesetzt und die Verbindungen mit blauem Malerkrepp fixiert. Sie wissen schon, das, mit dem man beim Streichen die Fußleisten abklebt.
Profi-Tipp: Holzleim trocknet transparent, aber halten Sie trotzdem ein feuchtes Tuch bereit, um überschüssigen Leim abzuwischen. Das ist immer einfacher, als ihn später im trockenen Zustand abzukratzen.
Anschließend habe ich das blaue Klebeband einmal ganz um den Rahmen gelegt und dabei gut daran gezogen, damit alles fest zusammengedrückt bleibt. Und schon ließ ich alles 2-3 Stunden flach liegend trocknen. Machen Sie sich einen Kaffee oder schauen Sie eine Serienfolge - der Leim muss wirklich genug Zeit bekommen, um seine Arbeit zu tun.
Die Ecken verstärken

Damit es richtig stabil wird, habe ich Schraubzwingen verwendet, um meinen Rahmen auf der Arbeitsfläche zu fixieren, während ich mit einem Gummihammer kleine V-Nägel eingeschlagen habe. Diese kleinen Metallnägel verstärken die Ecken wirklich gut. Sie können auch einen Handtacker verwenden, falls Sie einen haben - das funktioniert prima.
Wo man sie bekommt: Meine V-förmigen Nägel und das Setzwerkzeug habe ich im Internet bestellt (suchen Sie bei Google nach „V-Nägel für Bilderrahmen“). Wenn Sie kein Spezialwerkzeug haben, können Sie sie auch mit einem kleinen Hammer einschlagen. Gehen Sie aber vorsichtig vor, damit das Holz nicht splittert.
Nachdem ich das gesamte blaue Klebeband entfernt hatte, habe ich alles mit Schleifpapier mit 180er-Körnung abgeschliffen und dabei die Kanten und Ecken leicht abgerundet. So sieht alles viel fertiger aus.
Der letzte Schliff: der Lack

Um meinen Rahmen zu schützen und ihm ein schönes Aussehen zu verleihen, habe ich alles auf Holzresten abgelegt und zwei Schichten matten Acryllack aufgetragen. Ich liebe das matte Finish, das nicht glänzt und die schöne natürliche Farbe der Eiche durchscheinen lässt. Acryllack ist super, weil er sehr schnell trocknet und kaum riecht.
Weitere Möglichkeiten: Sie können auch einen seidenmatten Lack verwenden, wenn Sie etwas Glanz bevorzugen, oder Bienenwachs für einen traditionelleren Effekt. Wenn Sie Farbe möchten, tragen Sie zuerst eine Grundierung und anschließend zwei Schichten Acrylfarbe Ihrer Wahl auf.
Rühren Sie den Lack vor dem Auftragen gut um und nehmen Sie einen nicht zu großen Flachpinsel. Lassen Sie die erste Schicht 2 Stunden trocknen, bevor Sie die zweite auftragen.
Die Leinwand in ihrem neuen Rahmen befestigen

Als alles gut getrocknet war, habe ich den Rahmen umgedreht und vor dem Schrauben mit einem Senker kleine Löcher vorgebohrt. Warum senken? So lässt sich der Schraubenkopf im Holz versenken, sodass der Rahmen flach an der Wand anliegt.
Das brauchen Sie: Schrauben mit einem Durchmesser von 4 mm und einer Länge von 30 mm sind perfekt. Wenn Sie Anfänger sind, kaufen Sie ein kleines Set mit Kombibohrern (etwa 15-20 €) - das ist wirklich praktisch.
Ich habe meine Leinwand in den Rahmen gelegt und darauf geachtet, dass rundherum ein gleichmäßiger kleiner Schattenstreifen bleibt. Dann habe ich durch den Rahmen hindurch direkt in die Keilrahmenleisten geschraubt.
Achtung: Achten Sie darauf, dass Ihre Schrauben nicht zu lang sind! Sie sollen schließlich nicht durch das Holz gehen und Ihre schöne Leinwand durchbohren. Arbeiten Sie außerdem auf einer sauberen Oberfläche, damit die Leinwand nicht verkratzt.
Wenn Ihre Leinwand noch keine Aufhängung hat, besorgen Sie sich ein kleines Set mit D-Ringen und Draht (für ein paar Euro im Baumarkt). Oder verwenden Sie die Methode mit dem Sägezahnhänger, die wir in unserem anderen Artikel über das Aufhängen erklärt haben.
Und wenn Sie keine Gehrungssäge haben?
Mal ehrlich: Nicht jeder hat eine Gehrungssäge in der Garage herumstehen. Aber keine Sorge, es gibt viele Alternativen:
Eine Säge mieten: Bei Leroy Merlin oder Kiloutou können Sie für 20-30 € pro Tag eine Gehrungssäge mieten. Ideal, wenn Sie mehrere Rahmen auf einmal anfertigen möchten.
Die manuelle Gehrungslade: Das ist ein kleines Zubehörteil für 15 € mit einer Rückensäge. Damit klappt es, auch wenn es etwas anstrengender und weniger präzise ist als mit einer elektrischen Säge.
Der Zuschnittservice im Baumarkt: Viele Leroy-Merlin- und Castorama-Märkte schneiden für Sie zu. Sie kaufen Ihre Leisten, geben Ihre Maße an, und die Mitarbeiter schneiden sie zu. Dann müssen Sie den Rahmen nur noch zu Hause zusammenbauen.
Die fertigen Bausätze: Im Internet finden Sie Bausätze für Rahmen, die bereits auf die richtigen Maße zugeschnitten sind und Gehrungen haben. Teurer, aber sehr praktisch.
Der Schwebrahmen: Bei dieser Rahmenart werden die Leisten rechtwinklig um die Leinwand befestigt, ohne Gehrungsschnitte. Sehr moderner Look und viel einfacher herzustellen.
Zusammenfassung
Einen Rahmen für Ihre Leinwand zu bauen, kann wirklich jeder. Es braucht etwas Zeit und Geduld, aber das Ergebnis ist beeindruckend. Ihre Leinwände sehen sofort viel professioneller und gepflegter aus, und es kostet Sie dreimal weniger als beim Rahmenmacher. Letztlich kommt es darauf an, genau zu messen, sich für die Zuschnitte Zeit zu nehmen und die Endbearbeitung nicht zu vernachlässigen. Der Teufel steckt im Detail!
Häufige Fragen zum Einrahmen von Leinwänden
Haben Sie noch Fragen, bevor Sie loslegen? Hier finden Sie Antworten auf die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden.
Wie viel kostet es, eine Leinwand professionell einrahmen zu lassen?
Ein professioneller Rahmenmacher berechnet je nach Größe Ihrer Leinwand und der Art des gewählten Rahmens zwischen 50 € und 200 €. Für eine Standardleinwand von 40 x 50 cm mit einem klassischen Holzrahmen sollten Sie mit 80-120 € rechnen. Wenn Sie den Rahmen selbst bauen, zahlen Sie nur ein Drittel bis ein Viertel davon. Und wenn Sie mehrere Leinwände einrahmen, lohnt es sich noch mehr, da Sie nur zusätzliches Holz kaufen müssen.
Kann man wirklich einen Rahmen ohne Gehrungssäge bauen?
Ja, auf jeden Fall! Entweder mieten Sie für einen Tag eine Säge (20-30 €), verwenden einen manuellen Gehrungslade mit einer Rückensäge (etwa 15 € für das Set) oder lassen die Leisten direkt im Baumarkt zuschneiden. Außerdem gibt es vorgefertigte Rahmensets, die leicht online zu finden sind. Eine Gehrungslade eignet sich wirklich gut für den Einstieg, ohne viel Geld für Werkzeug auszugeben.
Was ist der Unterschied zwischen einem normalen Rahmen und einem Schwebrahmen?
Ein klassischer Rahmen umschließt die Leinwand, die Leisten reichen fast bis an die Bildränder. Beim Schwebrahmen ist das anders: Zwischen dem Rand der Leinwand und dem Rahmen bleibt ein kleiner Abstand. Dadurch wirkt es, als würde die Leinwand vor der Wand „schweben“. Das sieht besonders auf modernen und zeitgenössischen Leinwänden schön aus und lässt sich außerdem einfacher herstellen, da keine äußerst präzisen Gehrungsschnitte nötig sind.